Die IDEE

Weimarerinnen und Weimarer öffnen ihre Wohnzimmer und ihre Küchen

und laden zu Tisch.

So, wie es einst Anna Amalia tat. Ihre Tafelrunden wurden legendär. Goethe, Schiller, Herder, Wieland – sie nahmen gern Platz, um über Gott und die Welt zu reden.

 

Aus Anlass des Kirchentages auf dem Weg Jena/Weimar sind die Gäste nun eingeladen, am Abend des Himmelfahrtstages über die Gretchenfrage ins Gespräch zu kommen: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“

 

Das Prinzip ähnelt dem der „Langen Nacht der Hausmusik“. Es gibt Gastgeber und Gastgeberinnen, die können sich gern noch interessante Gesprächsgäste dazu einladen: Menschen anderer Religionen zum Beispiel oder mit einer interessanten Biografie:

Wie halten es Buchenwald-Überlebende mit der Religion? Oder ihre Kinder? Was glauben syrische Flüchtlinge? Wie lebt ein Bahai?

Parallel dazu laden Vereine, Gemeinden und Institutionen an Tische unter freiem Himmel in der Weimarer Innenstadt. Der Kirchentag stellt Tische und Stühle – zum Beispiel in der Schillerstraße. Ab Tischdecke aufwärts übernehmen dann die jeweiligen Gastgeber die Ausstattung. Ob Wasser und Nüsschen oder Lachs und Weißwein – alles ist möglich. Hauptsache, es regt zum Gespräch an. Ebenso wäre es klasse, wenn Händler ihre Läden öffnen, das Schuhregal zur Seite räumen und einen Tisch aufbauen. Auch Galeristen sind gefragt. Alle, die gut zu Fuß erreichbar sind, sind eingeladen, mitzumachen. Ist es vermessen, auch an Behörden zu denken? Wie muss ein Ordnungsamt über Religion diskutieren? Wie ein Hotel? Oder eine Schule? Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.